und ich hab ihn verpasst, war ja klar

 

Mit 66 Jahren fängt das Leben ja bekanntlich erst an. Dieser Udo-Jürgens-Hit stammt zwar nicht aus der Feder von Albert Hammond, doch mit seinen 72 Jahren hat der Musikproduzent zahlreiche andere Welterfolge vorzuweisen. Und er ist noch kein bisschen müde. Am Sonntag gastierte der Kult-Musiker, der unzählige Hits für andere Künstler schrieb, in der Saarbrücker Congresshalle. „Ich hatte in meinem Leben die Chance, mit vielen tollen Künstlern zusammenzuarbeiten“, sagte er.

Im Publikum waren auch viele ältere Fans anzutreffen. Doch selbst wenn Albert Hammond einige seiner Oldies wie „Down by the river“ anstimmte, die Hippie-Ära haben die meisten hinter sich gelassen. Statt Blumen wurden Smartphones in die Höhe gehalten. Und die Fans sangen leise und andächtig mit, wenn Hammond Titel wie „Peacemaker“ oder „I don’t wanna live without your love“ schmetterte.

Doch irgendwann war das Publikum nicht mehr zu halten. Spätestens bei „One Moment in Time“, dem Song, den Whitney Houston 1988 anlässlich der Olympischen Spiele gesungen hatte, rannten einige Fans zur Bühne und tanzten, sangen und klatschten wild drauf los. Auch bei dem Titel „It never rains in Southern California“ waren die Besucher ganz im Sinne seiner weiteren Hits „Nothing’s gonna stop us now“ aus dem Häuschen.

Kein Wunder, denn Hammonds eigene Versionen der Kompositionen, die er für Stars wie Joe Cocker, Tina Turner oder auch Caterina Valente geschrieben hatte, klangen wie eine unterhaltsame, samtweiche Mischung aus Chicago (für die er ebenfalls Songs geliefert hat) und den Eagles. Selbst Titel, die die etwas jüngeren Besucher nicht kannten, haben das typische Hammond-Hit-Potenzial: Bereits nach wenigen Takten konnten viele mitwippen und singen.

Zwischenzeitlich lieferten sich der Brite und seine Band ein paar Gitarrenduelle. Und als Charmeur der alten Schule ließ er es sich auch nicht nehmen, ins Publikum zu laufen und vielen seiner Fans die Hände zu schütteln. „Es war fantastisch. Wir kommen bestimmt wieder zurück“, verabschiedete sich der alte Meister nach zwei Stunden von seinen Fans.

Konzertbericht aus der Zeitung von Marko Völkle